Grüne widersprechen Blümel-Koalition: "Deindustrialisierungspolitik mit Ansage!"

Der Vorschlag von CDU, UWG und FDP die Stadt selbst solle die Industriebrache des ehemaligen Hammerwerks Vorlaender kaufen, sanieren und dann vermarkten, stößt auf Unverständnis bei den Hilchenbacher Grünen. Karsten Barghorn, grüner Bürgermeisterkandidat, äußert sich deutlich: "Soviel industriepolitischen Unverstand hätte ich nicht für möglich gehalten! Das Gelände liegt seit 2015 brach. Bisher ist nichts passiert. Auch die Aufnahme in Landesprogramme zur Reaktivierung von leerstehenden Industrieflächen hat den Dornröschenschlaf nicht beenden können. Erst als der ortsansässige Bauunternehmer Born im letzten Jahr sein Kaufinteresse an dem Gelände angemeldet hat und wir Grüne ihn dabei - als bisher einzige Partei in Hilchenbach - öffentlichkeitswirksam unterstützt haben, ist endlich Bewegung in die Sache gekommen. Anstatt nun aber die Initiative zu unterstützen, halten sich Politik und Verwaltung zurück: "So kann man mit Unternehmen, die sich in unserer Stadt für unsere Stadt engagieren wollen, nicht umgehen. Das ist Deindustrialisierungspolitik zum Schaden für Hilchenbach!"

Zur Sache sei festzustellen, dass das Gelände, das der italienischen Firma Metalcom gehöre, ein Sanierungsfall sei, für den vor einem Eigentümerwechsel welcher Art auch immer ein umfangreiches, qualifiziertes Sanierungskonzept durch ein unabhängiges Fachbüro vorgelegt werden müsse. Vorher komme die jetzige Eigentümerin gar nicht aus der Haftung. Dieses Konzept müsse vom Kreis genehmigt werden. Erst danach sei ein Eigentumswechsel und eine Nutzungsänderung überhaupt möglich, so Barghorn: "Das gilt für jeden Interessenten an dem Gelände, ob privat oder städtisch. Es ist grob fahrlässig, ja ehrenrührig, in der Bevölkerung den Eindruck zu schüren, ein privater Investor könne dort tun, was er wolle. Das ist mitnichten so! Die Regeln gelten für alle gleichermaßen."

Die Stadt als Investor fällt aus Sicht der Grünen faktisch aus, weil sie eine Reaktivierung des Areals gar nicht stemme könne: "Öffentliche Investitionen für die Reaktivierung der Industriebrache wären für die Stadt nur genehmigungsfähig, wenn zugleich der Abverkauf der wiederhergestellten Flächen darstellbar wäre. Das aber kann die Stadt nicht garantieren. Nur ein privater Investor oder in Verbindung mit einem privaten Investor kann das gelingen. Andernfalls ist ein Ende des Stillstandes beim Hammerwerk nicht absehbar."

Barghorn abschließend: "Ich erwarte, dass Stadt und Politik nun auf die Fa. Born zugehen und mit ihm gemeinsam daran arbeitet, das Grundstück mit neuem Leben zu füllen. Es ist doch verrückt: Da haben wir jemanden, der die unternehmerische Kraft besitzt, der Industrie vor Ort eine Perspektive aufzumachen, und anstatt die Chance gemeinsam zu nutzen, zieht man die Handbremse! Wir Grüne sind nicht naiv: Auch wir gehen selbstverständlich davon aus, dass das Areal ökologisch in Ordnung gebracht wird, bevor dort wieder 'der Hammer' geschwungen wird. Aber wir wissen auch: Unsere Stadt braucht diese Fläche für die heimische und für auswärtige Betriebe, die zu uns kommen wollen. Dazu müssen wir nicht das Insbachtal weiter versiegeln, sondern das ehemalige Hammerwerk neu besiedeln - für die Zukunft unserer Industriestadt Hilchenbach!"

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