Anfrage 18/12 "Netzausbau und Netzdigitalisierung in der Stadt Hilchenbach" zur Sitzung des Ausschuss für Klima und Umwelt am 18.03.2026
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Text der Anfrage:
Die Energiewende findet maßgeblich auf kommunaler Ebene statt. Städte und Gemeinden wie Hilchenbach stehen vor der Herausforderung, den Zubau erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr sowie Versorgungssicherheit miteinander zu verbinden. Die Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern zeigen, dass Netzdigitalisierung und Smart-Meter-Rollout entscheidende Hebel sind, um Netzengpässe zu reduzieren
und Investitionen planbar zu machen. [energieforschung.de]
Insbesondere der Smart-Meter-Rollout (Einbau intelligenter Messsysteme) gilt als zentrale Voraussetzung für eine bessere Netzsteuerung, die Integration von Photovoltaik-Anlagen, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur sowie für die Vermeidung kostenintensiver Abregelungen. Dennoch liegt Deutschland – ebenso wie Nordrhein-Westfalen – beim Rollout deutlich hinter den eigenen Zielsetzungen zurück. [smartmeteratlas.com]
Darüber hinaus ermöglichen intelligente Messsysteme erstmals auch die Nutzung sogenannter dynamischer Stromtarife, bei denen sich der Strompreis zeitvariabel am Börsenpreis orientiert.
Solche dynamischen Tarife werden bereits heute von mehreren Stromanbietern in Deutschland angeboten (z. B. Tibber, aWATTar oder Octopus Energy) und können von Verbraucherinnen und Verbrauchern mit installiertem Smart Meter grundsätzlich genutzt werden. Sie schaffen finanzielle Anreize, Strom verstärkt in Zeiten hoher erneuerbarer Erzeugung zu verbrauchen, und leisten damit einen direkten Beitrag zur Netzstabilisierung.
Ein zügiger Smart-Meter-Rollout eröffnet somit nicht nur netztechnische Vorteile, sondern auch konkrete wirtschaftliche Nutzenpotenziale für Bürgerinnen und Bürger in Hilchenbach.
Eine transparente Darstellung des Status quo in Hilchenbach ist daher Voraussetzung für eine sachliche politische Bewertung und für zukünftige Entscheidungen auf kommunaler Ebene.
1. Wie stellt sich der aktuelle Stand des Netzausbaus und der Netzdigitalisierung im Stadtgebiet Hilchenbach dar?
• Welche konkreten Maßnahmen wurden in den vergangenen drei Jahren umgesetzt (z. B. Netzverstärkungen, digitale Ortsnetzstationen, Netzmonitoring)?
2. Wie hoch ist die aktuelle Smart-Meter-Rollout-Quote im Netzgebiet der Stadt Hilchenbach beim zuständigen grundzuständigen Messstellenbetreiber?
Bitte Angabe getrennt nach:
• Pflichteinbaufällen (nach Messstellenbetriebsgesetz),
• freiwilligen Einbauten.
3. Wie ist der Stand in Hilchenbach im Vergleich zu:
• dem Landesdurchschnitt Nordrhein-Westfalen sowie
• dem Bundesdurchschnitt?
Zum Vergleich:
• Bundesweit sind nach Angaben der Bundesnetzagentur rund 20,2 % der Pflichteinbaufälle mit intelligenten Messsystemen ausgestattet (Stand Q3/2025).
• In Nordrhein-Westfalen gehört der große Netzbetreiber Westnetz mit einer Quote von rund 35 % bei Pflichteinbaufällen zu den überdurchschnittlich fortgeschrittenen Akteuren. [smartmeteratlas.com], [bundesnetzagentur.de]
4. Welche Zielquoten verfolgt das zuständige Netz- bzw. Messstellenbetreiber für Hilchenbach bis 2027 und bis 2030 im Bereich:
• Smart-Meter-Rollout,
• digitale Netzüberwachung,
• steuerbare Verbrauchseinrichtungen gemäß § 14a EnWG?
5. Welche Hemmnisse sieht die Verwaltung bzw. der Netzbetreiber aktuell für einen schnelleren Ausbau in Hilchenbach?
Liegen diese vorrangig in rechtlichen Vorgaben, fehlenden personellen Kapazitäten, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen oder organisatorischen Abläufen?
6. Welche Möglichkeiten hat die Verwaltung den Ausbau und die Digitalisierung der Netze auf kommunaler Ebene konsequent zu beschleunigen bzw. welche Schlussfolgerungen zieht die Verwaltung aus Vorreiterkommunen in Deutschland, in denen der Smart-Meter-Rollout bereits vollständig oder weitgehend abgeschlossen ist (z. B. Stadtwerke Lübz, Gemeindewerke Wendelstein mit jeweils 100 % Abdeckung bei Pflichteinbaufällen) und welche dieser Best-Practice-Ansätze könnten auf die Stadt Hilchenbach übertragen werden? [smartmeteratlas.com]
Antwort der Verwaltung:
Die angefragten Informationen liegen uns nicht vor. Planung, Ausbau und Betrieb des Stromnetzes sowie der Einbau und Betrieb von Stromzählern, einschließlich intelligenter Messsysteme (Smart Meter), fallen in die Zuständigkeit des jeweiligen Verteilnetzbetreibers beziehungsweise des grundzuständigen Messstellenbetreibers gemäß Energiewirtschaftsrecht und Messstellenbetriebsgesetz.
Wir sind zwar Eigentümer aber nicht Betreiber des Stromnetzes noch Messstellenbetreiber und haben daher keinen direkten Zugriff auf technische Ausbau- oder Einbaudaten. Wir haben mit Westnetz Kontakt aufgenommen. Detaillierte Informationen zu Netzausbau, Netzdigitalisierung sowie zum aktuellen Stand des Smart-Meter-Rollouts im Netzgebiet werden wir der Niederschrift als Anlage beifügen
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